Diese Firewall basiert komplett auf ATGuard, welches von Symantec aufgekauft und nun als Norton Internet Security vermarktet wird. Unter der Norton-typischen Oberfläche verrichtet aber nach wie vor das originale ATGuard seine Dienste, wie man nach einem Blick hinter die Kulissen sehr schnell bemerken wird. Auch die Funktionen sind weitgehend identisch, so dass ich mir hier eine genauere Beschreibung erspare. Ich möchte hier lediglich auf die viel gestellte Frage eingehen, welches der beiden Programme nun das Empfehlenswertere ist, denn es liegt ja eigentlich nahe, dass ein neueres Produkt auch das Bessere ist. In diesem Fall stimmt das leider nicht ganz, denn technisch hat Symantec leider nicht viel Neues beigesteuert.
Die Neuerungen beschränken sich zur Zeit auf ein grafisches Menü, einer “Inhaltskontrolle” und etlichem überflüssigem Firlefanz wie z.B. dem Norton Live Update oder den Norton Web Services. Damit hat Symantec es geschafft, die ursprünglich 1.5 MB grosse Installationsdatei von ATGuard auf über 10 MB aufzublasen und das Norton Internet Security frisst dadurch unnötig viel Speicherplatz auf der Festplatte, sowie im laufenden Betrieb wesentlich mehr Ressourcen als nötig. Das praktische Dashboard wurde von Symantec ebenfalls entfernt.
Ein grosses Sicherheitsproblem ist die automatische Regelerstellung von Norton Internet Security, die anhand einer Liste die gängigsten Applikationen über den Dateinamen erkennt und automatisch eine Regel dafür erstellt. Das ist auf den ersten Blick zwar bequem, erlaubt aber z.B. Trojanern, sich unter falschem Dateinamen unbemerkt Zugriff ins Internet zu verschaffen. Das ist natürlich nicht der Sinn einer Firewall und diese automatische Regelerstellung sollte man unbedingt deaktivieren, wenn man Wert auf ein geschütztes System legt.
Hinzu kommt, dass Symantec sich entschieden hat, NIS in drei verschiedene Produktlinien aufzuspalten und z.B. in der verkrüppelten Personal Edition den Werbe- und Cookieblocker entfernt hat. Wer sich also für das “neuere” Produkt entscheidet, sollte sich wenigstens vorher darüber informieren, welche der 3 erhältlichen Versionen für seine Zwecke ausreichend ist.
- Personal Firewall
- Werbe- und Cookieblocker wurden entfernt
- Internet Security
- Entspricht ungefähr ATGuard
- Internet Security Family Edition
- Bietet zusätzlich noch eine Inhaltskontrolle
Man mag Symantec zugute halten, dass zumindest bei den letzten beiden Produkten noch der hauseigene Virenscanner Norton Antivirus mitgeliefert wird, aber dessen Systemperformance und Erkennungsroutinen, speziell im Bereich der Trojaner, können leider nicht mit Antiviral Toolkit Pro von Kaspersky Labs mithalten. Einen unbestreitbaren Vorteil bietet Norton Internet Security jedoch gegenüber ATGuard, nämlich die Verträglichkeit mit Windows ME.
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