Anonyme Proxies

Ein Proxy-Server ist ein Rechner irgendwo im Internet, den wir zwischen unseren PC und den besuchten Web-Server schalten können, was manchmal enorme Geschwindigkeitsvorteile beim Surfen bringen kann, da häufig besuchte Web-Seiten in seinem Speicher verfügbar gehalten werden.

Ein anonymer Proxy-Server funktioniert ebenso, lässt aber nicht unsere IP-Adresse zu dem Web-Server durch, von dem wir eine Seite angefordert haben. Gute anonyme Proxies führen auch grundsätzlich keine verräterischen Log-Dateien über uns. Die Betreiber dieser Proxies sind manchmal öffentliche Einrichtungen oder einfach engagierte Administratoren, die uns eine Möglichkeit geben wollen, unsere Anonymität zu wahren. Gerüchten zufolge soll es auch Geheimdienste geben, die solche Services wie z.B. anonyme Proxies oder anonyme Remailer mit bestimmten Hintergedanken zur Verfügung stellen, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Im Prinzip genügt es eigentlich schon, in unserem Web-Browser die Adresse eines guten anonymen Proxy-Servers einzutragen, um dessen Dienste in Anspruch zu nehmen. Dazu müssen lediglich die IP des Servers und der zugehörige Port in den Optionen des Browsers angegeben werden.

Screenshot: Proxy-Konfiguration

Im Internet Explorer wählt man dazu unter Internetoptionen, Verbindungen im Feld DFÜ-Einstellungen die gewünschte Verbindung bzw. den Provider aus und klickt zweimal auf den entsprechenden Eintrag. Es öffnet sich das Fenster, das Sie links sehen.

Natürlich funktioniert das auch mit Opera. In der Version 4 trägt man den anonymen Proxy-Server in den Preferences unter Connections, Proxy Servers ein. Leider steht mir im Moment nur die englische Version zur Verfügung, wie man auf dem Bild erkennen kann. In der deutschen Version heissen natürlich die Menüs entsprechend anders, ist ja auch logisch…

Screenshot: Konfiguration

Hier sind ein paar Adressen von Servern, die zu dem Zeitpunkt, an dem dieser Text verfasst wurde, anonym waren:

210.84.128.13:80

193.252.124.3:8080

196.27.0.30:80

195.74.130.246: 80

Diese Schreibweise ist relativ gängig und entspricht der IP-Adresse mit der hinter dem Doppelpunkt angefügten Port-Angabe.

Proxy-Server haben jedoch leider die Eigenschaft, relativ unbeständig zu sein, so dass ich nicht garantieren kann, ob diese hier veröffentlichten Server gerade aktiv oder wirklich anonym sind. Unter folgenden Links sind aber ständig aktuelle Listen anonymer Proxy-Server abrufbar:

http://tools.rosinstrument.com/cgi-bin/fp.pl/showlog?

Ein Proxy ist dann als anonym zu bezeichnen, wenn die Testseiten nicht mehr unsere eigene IP-Adresse anzeigen, sondern die des Proxy-Servers. Eine Kontrolle darüber, ob auf dem Server eine Log-Datei mitgeführt wird, haben wir so gut wie gar nicht. Deshalb ist es geschickt, einen Proxy zu benutzen, der nicht in unserem eigenen Land betrieben wird. Das erschwert den Zugriff der Behörden auf etwaige Log-Dateien meist erheblich.

Leider taucht auf den meisten Testseiten meist dennoch die IP-Adresse auf, denn die Abfragen auf diesen Seiten benutzen Scriptsprachen, um über den Browser an die Adresse zu gelangen. Neben der Remote Address taucht die eigene IP-Adresse ebenfalls noch als X-Forwarded For oder Ähnliches auf.

Es gibt 2 Arten, die IP-Adresse des Besuchers einer Seite zu ermittleln: Zum einen durch die direkte Übertragung der Remote Adress und zum Anderen die Ermittlung der Adresse über den Browser durch Scriptsprachen

Hier hilft für’s Erste, im Browser Java zu deaktivieren. Im Internet Explorer 5 funktioniert das Deaktivieren von Java so: Extras / Internetoptionen / Sicherheit / Stufe anpassen auswählen, dort bis zum Unterpunkt Microsoft VM, Java-Einstellungen durchblättern und den Punkt Benutzerdefiniert anwählen. Hier auf dem Bild sieht man das etwas deutlicher:

Screenshot: Sicherheitseinstellung

Aktiviert man das Feld Benutzerdefiniert, erscheint anschliessend in dem Fenster unten links wie von Zauberhand der Knopf Java-Einstellungen. Dort können wir dann die Zugriffsrechte einzeln deaktivieren, wie auf der rechten Seite zu sehen ist.

Ziemlich kompliziert, oder? Ich schlage vor, wir schenken uns diese Mörderarbeit für jeden neuen Browser, den wir installieren, es gibt nämlich elegantere Methoden: Wir lassen einfach einen Proxy-Server für uns arbeiten, der diese neugierigen Scripts automatisch aussortiert. Leider bieten anonyme Proxy-Server nur in den seltensten Fällen einen solchen Service, so dass wir uns einfach selbst einen solchen Proxy auf unserem PC installieren. Ein solches Programm ist beispielsweise das Proxomitron, dazu aber später mehr.

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